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„Gläserne Wände“: Lesenswerter Bericht über die Benachteiligung Nichtreligiöser

Gläserne Wände Humanistischer Verband

Michael Bauer und Arik Platzek legen für den Humanistischen Verband Deutschland (HVD) den Bericht „Gläserne Wände – Bericht zur Benachteiligung nichtreligiöser Menschen in Deutschland“ vor, der am 17. September 2015 erscheint. Der Bericht ist beispiellos und stellt auf fast 100 Seiten übersichtlich und ansprechend dar, wie Nichtreligiöse (außerhalb der Kirchen, wie der Bericht einschränkt, S. 4) in Deutschland diskriminiert werden. Für viele wird der Bericht erst einmal überraschend sein: Diskriminierung Nichtreligiöser in Deutschland? Leben wir nicht in einer säkularisierten Gesellschaft in einem säkularen Staat? Der Mythos der Trennung von Religion auf der einen, Gesellschaft und Staat auf der anderen Seite in Deutschland hält sich zwar hartnäckig, ist aber dennoch nicht wahr.[1]

Statt Entrechtung der Religiösen ist das Ziel des Berichts eine Gleichberechtigung der Nichtreligiösen

Für manch einen, der die atheistische und humanistische Szene in Deutschland kennt, drängt sich darüber hinaus eine ganz andere Frage auf. Sie fragen sich vielleicht: Haben wir es hier mit den ewigen Kritikern zu tun? Wer Vorbehalte hat, der mag beruhigt sein: Der Bericht ist kein „Violettbuch Kirchenfinanzen. Wie der Staat die Kirchen finanziert“, keine „Kriminalgeschichte des Christentums“ in zehn Bänden, und erst recht kein „Der Herr ist kein Hirte. Wie Religion die Welt vergiftet“. Es geht den Autoren nach eigenem Bekunden nicht darum, „Rechte und Möglichkeiten religiöser Bürger und ihrer Vereinigungen“ abzuschaffen. Sie führen aus: „Oft wird die Gleichstellung von nichtreligiösen Menschen erst dann sinnvoll erreicht, wenn allen Bürgern gleiche Rechte auch faktisch zugestanden werden“ (S. 11.). Statt Entrechtung der Religiösen ist das Ziel des Berichts eine Gleichberechtigung der Nichtreligiösen.

Die Liste der Diskriminierungen, die der Bericht anführt, ist lang. In dieser taucht bekannte Kritik auf: Im Arbeitsleben sind Nichtreligiöse faktisch eingeschränkt, da karitative Einrichtungen in kirchlicher Trägerschaft den Tendenzschutz genießen und Mitarbeiter gemäß ihrer privaten Lebensführung einstellen und entlassen können. Der staatliche Kirchensteuereinzug offenbart die Kirchen(nicht)mitgliedschaft auf der Lohnsteuerkarte gegenüber dem Arbeitgeber. Mehrere Bundesländer haben „Ehrfurcht vor Gott“ oder „Gottesfurcht“ als erstes Erziehungsziel in ihren Schulgesetzen verankert. Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen unterhalten staatliche Konfessionsschulen. In Bayern hängt per Gesetz ein Kruzifix in jedem Unterrichtsraum.

Das wirklich Neue an dem Bericht ist, dass er aufzeigt, wie Nichtreligiöse, insbesondere Weltanschauungsgemeinschaften, in gleicher Weise mit dem Staat kooperieren können wie die etablierten Kirchen. So wird ein Dialogforum auf Bundesebene gefordert: entweder eine Konfessionsfreien-Konferenz wie vom Koordinierungsrat säkularer Organisationen (KORSO) vorgeschlagen oder eine Deutsche Konferenz für Religion und Weltanschauung, wie vom FOR vorgeschlagen. Wie mit den Kirchen, jüdischen Verbänden und inzwischen auch muslimischen Verbänden sollen die Bundesländer mit den nichtreligiösen Weltanschauungsgemeinschaften Verträge abschließen. Humanistische Lebenskunde soll analog zum Religionsunterricht an allen öffentlichen Schulen angeboten werden können. Lehrstühle für Geschichte und Theorie des weltanschaulichen Humanismus sollen eingerichtet werden, wie es diese inzwischen nicht nur für die großen Kirchen, sondern auch für Juden, Muslime, Altkatholiken, Orthodoxe und Aleviten gibt.

„Gläserne Wände“ ist zweifellos ein bedeutender Beitrag für die religionspolitische Diskussion in Deutschland, die in den letzten Jahren viel zu sehr ausschließlich auf den Islam fixiert war

In der gebotenen Kürze lässt sich nicht alles wiedergeben, was die Autoren kritisieren und welche Lösungen sie vorschlagen. Das ist auch nicht nötig. Der Bericht ist auch für Laien verständlich geschrieben und mit zahlreichen Bildern und Grafiken ansprechend und übersichtlich gestaltet. Vor zwei Jahren habe ich 24 Punkte genannt, wie Offene Religionspolitik Nichtreligiösen nützt. Der Bericht des HVD bringt es auf 33 Reformvorschläge. Auch wenn die Listen nicht deckungsgleich sind, gibt es zahlreiche Überschneidungen. „Gläserne Wände“ ist zweifellos ein bedeutender Beitrag für die religionspolitische Diskussion in Deutschland, die in den letzten Jahren viel zu sehr ausschließlich auf den Islam fixiert war – und was auch für die Muslime oftmals nicht hilfreich war. Ich hoffe, der Bericht führt dazu, dass die religiös-weltanschauliche Vielfalt in Deutschland in ihrer Gesamtheit in den Blick genommen wird.

„Gläserne Wände“ ist eine lohnende Lektüre für alle religionspolitisch Interessierten gleich welchen Bekenntnisses. Für die politisch Verantwortlichen ist sie Pflichtlektüre – der eilige Leser in der Politik mag sich mit der Zusammenfassung der 33 Forderungen auf den Seiten 80 bis 83 begnügen. Aber auch Vertreter anderer Religionsgemeinschaften finden in dem Bericht zahlreiche Anregungen, wie sie ihre eigenen Benachteiligungen in Deutschland erkennen, benennen und beheben können.

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[1] Sven Speer, The Role of Religion in Society and Politics in Europe, or: Three Myths of Secularity in Europe, in: Bridging the Gap. An Arab-European Dialogue on the Basics of Liberalism, hrsg. v. Roland Meinardus, Kairo 2014, 109–119.

Überraschung: Flüchtlinge sind Menschen – im Guten wie im Schlechten

Der Flüchtling wird dieser Tage als Mensch entdeckt. Erst maß die Öffentlichkeit die Flüchtlinge nur in Zahlen (wenig menschlich), später auch in Zahlen von Ertrunkenen (Sterben ist sehr menschlich). In den letzten Wochen begrüßten Zehntausende in Deutschland die Flüchtlinge als Mitmenschen an Bahnhöfen mit Lebensmitteln, Kleidung und Spielzeugen für die Kinder. Verständnis wächst sogar dafür, dass Flüchtlinge ausgerechnet ein Smartphone bei sich tragen – einen zwar kostspieligen Gegenstand, aber selbst für Nicht-Flüchtende oft vermeintlich unverzichtbaren Gegenstand. Soweit kann Mitmenschlichkeit gehen. Ein schönes Bild. Ein zu schönes Bild für einige.

In all diese Mitmenschlichkeit mischt sich nun der Verdacht, dass Flüchtlinge keine Übermenschen, sondern Menschen

In all diese Mitmenschlichkeit mischt sich nun der Verdacht, dass Flüchtlinge keine Übermenschen, sondern auch ’nur‘ Menschen sind: Flüchtlinge seien fehlbar und könnten auch gefährlich werden. Was für eine Überraschung! Sie kommen aus Staaten, die keine freiheitlichen Demokratien und vielleicht nicht einmal funktionierende Staaten sind. Vor dem Hintergrund, dass auch nicht jeder Deutsche ein eifriger Verfechter unserer Freiheitlich-Demokratischen Grundordnung ist – und es in meinen Augen dazu auch keine staatliche Pflicht geben kann – verwundert es nicht, dass auch die Flüchtlinge häufig keine gestandenen Demokraten und Menschenrechtler sind.

Diese Einsicht in die Fehlbarkeit des Menschen und seine Anfälligkeit für Ideen, die zu Freiheit und Demokratie im Widerspruch stehen, erscheinen dieser Tage als große Neuerung. Gideon Böss warnt in seinem WELT-Blog: „Wer mit Frauenrechten, freier Presse, unabhängiger Justiz, mit Meinungs- und Religionsfreiheit nichts anfangen kann und sie zu zerstören versucht, sollte in Deutschland eben nicht willkommen sein.“ Michael Martens hat in der FAZ einen „Willkommensbrief“ für Flüchtlinge vorgeschlagen, in dem die Grundwerte unserer freiheitlichen Ordnung zusammengefasst werden.

Mir liegt es fern, die beiden in die rechte Ecke zu stellen. Probleme mit Flüchtlingen und ihren Einstellungen werden auf uns zukommen. Die Frage ist nur: Wie gehen wir damit um? Ich schlage dafür Nüchternheit und Unaufgeregtheit vor. Anstatt Probleme bloß zu schildern oder Aktionismus zu fordern, habe ich mehrere > Maßnahmen vorgeschlagen, die allesamt ausführlicher im Policy Brief „Flüchtlinge: Tarnung und Nachwuchs für Terroristen?“ nachzulesen sind. Sie umzusetzen beugt nicht nur Terrorismus vor, sondern erhöht auch die Wertschätzung für unser Grundgesetzes. Zugegeben, die Maßnahmen beziehen sich allesamt auf muslimische Flüchtlinge – sie stehen nun einmal am stärksten im Fokus der Öffentlichkeit. Sie sind übertragbar auch auf flüchtende Angehörige anderer Bekenntnisse.

Maßnahmen, die Integration erleichtern

Wir können islamische Initiativen als Hilfe begreifen

Muslimische Gruppen engagieren sich bereits jetzt intensiv für die Flüchtlinge. Diesem Engagement sollte mit Wohlwollen und Dankbarkeit, nicht mit Misstrauen begegnet werden. Von Bedeutung sind nicht nur die praktische Hilfe für die Flüchtlinge und die Kenntnis der arabischen Sprache: Liberale, moderate und auch konservative Muslime lehnen den Salafismus ab und decken entsprechende Initiativen häufig weit schneller auf als Verwaltungen.

Wir müssen islamische Wohlfahrt einbeziehen und fördern

Anders als damals muss die Politik für religiöse Zusammenhänge sensibler sein, um Integration zu erleichtern und Radikalisierung vorzubeugen. Die Verbände der freien Wohlfahrtspflege haben in den vergangenen Jahrzehnten hinzugelernt. Ein gleichberechtigt zu Caritas, Diakonie, Paritätischem usw. geförderter islamischer Wohlfahrtsverband ist nicht nur sensibler für die Bedürfnisse muslimischer Flüchtlinge, sondern auch ein Signal für die Offenheit und Vielfalt der deutschen Gesellschaft. Dies baut Vorbehalte ab bzw. lässt sie gar nicht erst aufkommen.

Wir müssen islamische Seelsorge ermöglichen, um Krieg, Flucht und Vertreibung verarbeiten zu können

Für viele Flüchtlinge (aber auch Auswanderer allgemein) stellt die eigene Religion eine wesentliche Identitätsressource in der Aufnahmegesellschaft dar. Religiöse Bindungen und Identitäten gewinnen für Migranten sogar noch an Bedeutung. Krieg, Flucht und Vertreibung lassen sich daher gut im Kontext bestehender religiöser Bezüge verarbeiten. Diese Funktion können Imame und andere islamische Seelsorger erfüllen, die sowohl die deutsche Gesellschaft kennen, als auch Muslime sind.

Wir müssen islamischen Religionsunterricht und Schulbesuch ermöglichen

Die reflektierte und altersangemessene Reflexion religiöser Inhalte und die Hinnahme theologischer Vielfalt (bspw. Sunna, Schia) macht unempfänglicher für die verkürzten und vereinfachten Ableitungen der Salafisten aus dem Koran. Junge Flüchtlinge lernen dabei nicht nur einen Islam kennen, der seinen Platz in einer pluralistischen Gesellschaft gefunden hat. Sie erfahren vermutlich zum ersten Mal in ihrem Leben, dass es einen Islam gibt, der weder politisch kontrolliert noch politisch instrumentalisiert wird.

Wir müssen Flüchtlinge als Brücke im positiven Sinne wirken lassen

Je besser die Aufnahme der Flüchtlinge in Deutschland gelingt, desto stärker wird die in Deutschland wachsende Diaspora auf ihre Heimatländer zurückwirken können. Wenn ethnische und religiöse Konflikte in Deutschland überwunden werden können, kann dies Schlichtungen in den Herkunftsräumen erleichtern, wodurch an jahrhundertelang eingeübte, aber keineswegs ausgereifte Formen des Miteinanders auf erneuerter Grundlage angeknüpft werden kann.

 

Flüchtlinge: Tarnung und Nachwuchs für Terroristen?

4.000 verdeckte Kämpfer des selbst ernannten Islamischen Staates (IS, ISIS) sollen sich unter den Flüchtlingen in Europa befinden. Das hat Medienberichten zufolge ein Repräsentant der Terror-Gruppe erklärt. Die Aufgabe der Kämpfer sei es, Vergeltungsakte zu üben, sollten sich europäische Staaten oder die USA militärisch stärker gegen den IS engagieren. Der IS mache sich dabei die Hilfsbereitschaft der europäischen Staaten zunutze, mit denen Flüchtlinge derzeit in zahlreichen europäischen Staaten aufgenommen werden.[1] Eine Bestandsaufnahme ist daher angebracht: Inwieweit sind verdeckt mit Flüchtlingen reisende IS-Kämpfer eine Gefahr für Deutschland? Und inwieweit können aus den Flüchtlingen Gefährdungspotenziale erwachsen, wenn ihre Integration – insbesondere durch staatliches Versagen – misslingt? Der Terror in Deutschland geht jedoch nicht von Flüchtlingen aus, sie sind vielmehr selbst Opfer rechtsextremistischen Terrors: Über 500 Angriffe gegen Flüchtlinge und ihre Unterkünfte gab es bereits in diesem Jahr.[2]

Einschätzung der Gefahrenlage

Der Präsident des Bundesnachrichtendienstes (BND) Gerhard Schindler hat erklärt, es gebe derzeit keine konkreten Hinweise darauf, dass der IS tatsächlich als Flüchtlinge getarnte Kämpfer nach Europa schicke. Es erscheint zudem fraglich, warum der IS Kämpfer über entbehrungsreiche und häufig tödliche Flüchtlingsrouten nach Europa schicken sollte, wo sich doch zahlreiche Europäer dem IS anschließen oder sogar schon aus den Kampfgebieten nach Europa zurückgekehrt sind. Von den Rückkehrern geht eine weit höhere Gefährdung aus.[3] Schätzungsweise 700 Männer und Frauen aus Deutschland sind aktuell in Syrien und im Irak. Die Zahl der Sympathisanten wird auf 7.700 geschätzt.[4] Einen Personalmangel in Europa hat der IS nicht.

Die Drohung allein nützt dem IS jedoch bereits, da durch sie Flüchtlinge sehr wahrscheinlich (noch stärker) in der europäischen Öffentlichkeit als potentielle Risikoträger wahrgenommen, stärker stigmatisiert und diskriminiert werden. Diejenigen, die vor dem islamistischen Terror fliehen, leiden dadurch indirekt weiter unter eben jenem, wenn sie von den Aufnahmegesellschaften der Zufluchtsländer ausgegrenzt werden. Darüber hinaus bindet es Kräfte in Europa, wenn nicht nur Ressourcen zum Schutz der Flüchtlinge aufgewendet werden müssen, sondern die Flüchtlinge selbst darüber hinaus auch als mögliche Terrorgefahr behandelt werden.

Nichtsdestotrotz bestehen aus mehreren Gründen Risiken: Da Erstaufnahmeeinrichtungen bei weitem nicht für so viele Flüchtlinge ausgelegt sind, wie derzeit ins Land kommen, vergehen zum Teil Wochen, bis die Flüchtlinge überhaupt als solche erfasst sind.[5] Wer in den Einrichtungen lebt, entzieht sich somit zumindest teilweise der Kenntnis der Behörden. Das Bayerische Landesamt für Verfassungsschutz hat zudem darauf hingewiesen, dass die deutsche salafistische Szene versucht, Flüchtlinge durch Hilfe für die eigene Sache zu gewinnen.[6] Schließlich haben Extremisten bspw. in Pakistan, Somalia und Jemen erfolgreich Flüchtlinge radikalisiert. Ansätze existieren vermutlich auch im jordanischen Flüchtlingslager Zaatari.[7]

Verschärfung der Gefahrenlage

Die Zahl der Flüchtlinge hat in den vergangenen fünf Jahren jeweils in den Monaten Oktober und November ihre Höchststände erreicht.[8] Die derzeit schon angespannte Lage in den Aufnahmeeinrichtungen wird daher höchstwahrscheinlich weiter verschlechtert. Auch die Versorgung der Flüchtlinge gestaltet sich mit fallenden Temperaturen zunehmend schwieriger, da die Unterbringung in Gebäuden und selbst in Wohncontainern oft nicht möglich ist und Flüchtlinge daher in Zelten leben.[9] Die Versorgung durch die oftmals oberirdisch verlaufenden Trinkwasserleitungen ist bei Temperaturen deutlich unter Null gefährdet. Der Dauerbetrieb von Heizungsgeneratoren wird zu deren Ausfall führen.

Eine Unzufriedenheit bei vielen Flüchtlingen wird verständlicherweise die Folge sein, wenn Grundbedürfnisse nicht gewährleistet sind. Hinzu kommt, dass die Möglichkeiten, die Lebenssituation aus eigener Kraft zu verbessern, politisch stark eingeschränkt sind. So dürfen Asylbewerber erst drei Monate nach der Eröffnung des Asylverfahrens arbeiten. Für die Stellen, auf die sie sich bewerben, gilt zudem die Pflicht zur Vorrangprüfung[10], was einer weiteren Verhinderung der Arbeitsaufnahme von zwölf Monaten gleichkommt. Unbezahlte Praktika, um Berufserfahrungen zu sammeln, sind zudem aufgrund des gesetzlichen Mindestlohns nicht möglich. Im Rahmen von Hospitationen dürfen Flüchtlinge nur zuschauen, nicht arbeiten. Aufgrund dieser Einschränkungen werden Ernüchterung und Perspektivlosigkeit mit der Zeit unter den Flüchtlingen wachsen. In derartigen Situationen kann die Botschaft von Salafisten selbst bei denjenigen verfangen, deren Familien vor dem IS geflohen sind.[11] Ausschlaggebend ist hierbei nicht relative Armut als solche, sondern das Empfinden von Ungerechtigkeit.[12]

Über Smartphones, die mittlerweile zum wichtigsten Gegenstand von Flüchtenden avanciert sind[13], lässt sich nicht nur der Kontakt zu alten Netzwerken halten, sondern auch der Kontakt zu salafistischen Netzwerken aufbauen, die ihre Propaganda und Anleitungen sehr erfolgreich über das Internet verbreiten. Es besteht indes nicht nur die Gefahr, dass Flüchtlinge nach ihrer Ankunft in Deutschland Propaganda aufnehmen, sondern auch, dass sie selbst zum Gegenstand von Propaganda werden. Die Situation palästinensischer Flüchtlinge wird bspw. instrumentalisiert, um junge Muslime (auch in Deutschland) gegen Israel, die USA und den Westen zu mobilisieren.[14] Fotos und Videos mit entsprechendem Potential werden aufgrund der Situation in den Aufnahmeeinrichtungen in Deutschland nur eine Frage der Zeit sein.

Empfehlungen an die Politik jenseits von polizeilicher und nachrichtendienstlicher Tätigkeit

Weltliche Bedürfnisse sichern und Religion berücksichtigen

Um dem Potenzial für Extremismus sowohl unter den Flüchtlingen zu minimieren als auch um möglichst wenig Angriffsfläche für islamistische Propaganda zu bieten, müssen die weltlichen Bedürfnisse der Flüchtlinge gewährleisten werden. Angesichts der aktuellen Flüchtlingszahlen ist diese Aufgabe keineswegs einfach, aber zu leisten. Unterbringung, Verpflegung und medizinische Versorgung müssen gegeben sein. Zusätzlich bedarf es eines möglichst raschen Zugangs zu Bildung und Arbeit. Gleichwohl muss Politik auch den religiösen Bedürfnissen der Flüchtlinge Rechnung tragen, auch wenn nicht alle Flüchtlinge religiös und Muslime sind.

Islamische Initiativen als Hilfe begreifen

Muslime in Deutschland haben sich in ganz unterschiedlichen Organisationen zusammengeschlossen: Neben Verbänden, Spitzenverbänden, Landesverbänden, kommunalen Zusammenschlüssen und verbandsunabhängigen Gemeinden existieren zahlreiche informelle Gruppen und Projekte.[15] Aufgrund dieser eher sekten- als kirchenähnlichen Strukturen[16] mobilisieren muslimische Gruppen zahlreiche ehrenamtlich Tätige. Dies geht allerdings im Zuge der Diskussion unter, wer den Islam in Deutschland als Ganzes repräsentiert. Muslimische Gruppen engagieren sich bereits jetzt intensiv für die Flüchtlinge. Diesem Engagement sollte mit Wohlwollen und Dankbarkeit, nicht mit Misstrauen begegnet werden. Von Bedeutung sind nicht nur die praktische Hilfe für die Flüchtlinge und die Kenntnis der arabischen Sprache: Liberale, moderate und auch konservative Muslime lehnen den Salafismus ab und decken entsprechende Initiativen häufig weit schneller auf als Verwaltungen.

Islamische Wohlfahrt einbeziehen und fördern

Bei der Betreuung der vermeintlichen „Gastarbeiter“ in den 1960ern Jahren hat die Politik der religiös unbedarften Arbeiterwohlfahrt (AWO) die Gruppen der Türken, Tunesier und Marokkaner zugewiesen, was bereits von Zeitgenossen kritisiert wurde.[17] Anders als damals muss die Politik für religiöse Zusammenhänge sensibler sein, um Integration zu erleichtern und Radikalisierung vorzubeugen. Die Verbände der freien Wohlfahrtspflege haben in den vergangenen Jahrzehnten hinzugelernt. Eine wichtige zusätzliche Stütze wird darüber hinaus die in Ansätzen bereits vorhandene islamische Wohlfahrtspflege[18] sein. Ein gleichberechtigt zu Caritas, Diakonie, Paritätischem usw. geförderter islamischer Wohlfahrtsverband ist nicht nur sensibler für die Bedürfnisse muslimischer Flüchtlinge, sondern auch ein Signal für die Offenheit und Vielfalt der deutschen Gesellschaft. Dies baut Vorbehalte ab bzw. lässt sie gar nicht erst aufkommen.

Verarbeitung von Krieg, Flucht und Vertreibung durch islamische Seelsorge

Für viele Flüchtlinge (aber auch Auswanderer allgemein) stellt die eigene Religion eine wesentliche Identitätsressource in der Aufnahmegesellschaft dar. Religiöse Bindungen und Identitäten gewinnen für Migranten sogar noch an Bedeutung; wie sich bspw. bei protestantischen und jüdischen Einwanderern aus den Nachfolgestaaten der Sowjetunion, aber auch in historischer Perspektive bei den Auswanderern in die USA ablesen lässt.[19] Krieg, Flucht und Vertreibung lassen sich daher gut im Kontext bestehender religiöser Bezüge verarbeiten. Die verschiedenen Aspekte der Flüchtlingspersönlichkeiten – Herkunftsland, Religion, Aufnahmegesellschaft – können besser zusammengefügt werden, wenn Brücken vorhanden sind. Diese Funktion können Imame und andere islamische Seelsorger erfüllen, die sowohl die deutsche Gesellschaft kennen, als auch Muslime sind. Die islamische Seelsorge steckt in Deutschland noch in ihren Anfängen[20] und bedarf weiterer politischer Unterstützung bei ihrer Etablierung.

Islamischer Religionsunterricht und Schulbesuch

Junge Flüchtlinge, die Schulen besuchen, haben je nach Bundesland die Möglichkeit, am islamischen Religionsunterricht teilzunehmen. Sie lernen dabei nicht nur einen Islam kennen, der seinen Platz in einer pluralistischen Gesellschaft gefunden hat. Sie erfahren vermutlich zum ersten Mal in ihrem Leben, dass es einen Islam gibt, der weder politisch kontrolliert noch politisch instrumentalisiert wird. Die reflektierte und altersangemessene Reflexion religiöser Inhalte und die Hinnahme theologischer Vielfalt (bspw. Sunna, Schia) macht zudem unempfänglicher für die verkürzten und vereinfachten Ableitungen der Salafisten aus dem Koran.[21] Nach der jüngsten Kopftuchentscheidung des Bundesverfassungsgerichts wird es an deutschen Schulen zudem vermehrt, wenn auch vereinzelt, Lehrerinnen mit Kopftuch geben. Diese können gemeinsam mit Lehrerinnen ohne Kopftuch für Schüler ein Symbol gelingender religiös-weltanschaulicher Vielfalt sein.

Flüchtlinge als Brücke im positiven Sinne wirken lassen

Je besser die Aufnahme der Flüchtlinge in Deutschland gelingt, desto stärker wird die in Deutschland wachsende Diaspora auf ihre Heimatländer zurückwirken können. Aufgrund moderner Kommunikationsmittel lassen sich Geld, Eindrücke und Ideen in Augenblicken in das Herkunftsland übermitteln.[22] Wenn ethnische und religiöse Konflikte in Deutschland überwunden werden können, kann dies Schlichtungen in den Herkunftsräumen erleichtern, wodurch an jahrhundertelang eingeübte, aber keineswegs ausgereifte Formen des Miteinanders auf erneuerter Grundlage angeknüpft werden kann.[23] Entscheidend ist, dass die Mitglieder verschiedener im Konflikt liegender Gruppen, sich nicht in einer Umgebung der knappen Ressourcen begegnen – was fast unweigerlich zu neuen Auseinandersetzungen führt[24].

[1] http://www.ibtimes.com/refugee-crisis-isis-fighters-europe-islamic-state-extremists-exploit-refugee-flow-2085787

[2] http://www.zeit.de/politik/deutschland/2015-08/gewalt-gegen-fluechtlinge-rassismus-deutschland-anschlaege-koerperverletzung

[3] http://www.tagesschau.de/inland/fluechtlinge-is-101.html

[4] http://www.spiegel.de/politik/ausland/mehr-terrorbraeute-aus-deutschland-a-1039716.html

[5] https://www.ndr.de/nachrichten/hamburg/Probleme-bei-Erfassung-von-Fluechtlingen,fluechtlinge2636.html

[6] http://www.sueddeutsche.de/muenchen/verfassungsschutz-salafisten-wollen-fluechtlinge-anwerben-1.2643291

[7] http://www.brookings.edu/blogs/order-from-chaos/posts/2015/02/20-cve-displacement-refugees-koser

[8] Bundesamt für Migration und Flüchtlinge, Aktuelle Zahlen zu Asyl. August 2015 (2015), 6.

[9] http://www.swr.de/landesschau-aktuell/rp/fluechtlingsunterbringung-in-rheinland-pfalz-zelte-sollen-bis-zum-winter-weg/-/id=1682/did=16085264/nid=1682/1sir25v/

[10] http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/asylbewerber-bundesagentur-will-vorrangpruefung-aussetzen-a-1050898.html

[11] http://www.spiegel.de/politik/deutschland/syrien-effekt-wie-veraendern-fluechtlinge-den-islam-in-deutschland-a-1051934.html

[12] Vgl. MercyCorps, Youth & Consequences. Unemployment, Injustice and Violence, Portland 2015.

[13] http://www.sueddeutsche.de/panorama/vorurteile-warum-handys-fuer-fluechtlinge-kein-luxusartikel-sind-1.2603717

[14] http://www.ufuq.de/qpro-palestineq-palaestina-als-metapher-unter-jugendlichen/

[15] Raida Chbib, Heimisch werden in Deutschland. Die religiöse Landschaft der Muslime im Wandel, in: Religiöse Vielfalt in Nordrhein-Westfalen. Empirische Befunde, Entwicklungen und Perspektiven der Globalisierung vor Ort, hrsg. v. Markus Hero/Volkhard Krech/Helmut Zander, Paderborn 2008, 125–139.

[16] Claus Leggewie, Kirche oder Sekte? Muslime in Deutschland und in den USA, in: Politik und Religion, hrsg. v. Michael Minkenberg/Ulrich Willems (Politische Vierteljahresschrift, Sonderheft, 33), Wiesbaden 2003, 164–183.

[17] Karin Hunn, „Nächstes Jahr kehren wir zurück“. Die Geschichte der türkischen „Gastarbeiter“ in der Bundesrepublik (Moderne Zeit, Bd. 11), Göttingen 2005, 146.

[18] http://www.deutsche-islam-konferenz.de/DIK/DE/DIK/1UeberDIK/Aktuelles/aktuelles-node.html

[19] Vgl. Olivier Roy, Heilige Einfalt. Über die politischen Gefahren entwurzelter Religionen, 1. Aufl., München 2011, 103–106.

[20] Vgl. Bülent Ucar/Martina Blasberg-Kuhnke (Hrsg.), Islamische Seelsorge zwischen Herkunft und Zukunft. Von der theologischen Grundlegung zur Praxis in Deutschland (Reihe für Osnabrücker Islamstudien, Band 12), Frankfurt am Main 2013.

[21] Andreas Hasenclever, Merkmale gewaltresistenter Glaubensgemeinschaften. Überlegungen zum Schutz religiöser Überlieferung vor politischer Vereinnahmung, in: Friedensstiftende Religionen? Religion und die Deeskalation politischer Konflikte, hrsg. v. Manfred Brocker/Mathias Hildebrandt, Wiesbaden 2008, 179–201.

[22] http://www.migrationpolicy.org/article/political-importance-diasporas

[23] Vgl. Sven Speer, Der Pan-Arabismus – eine gescheiterte Staatenübergreifende Idee?, in: Kollektive Identitäten im Nahen und Mittleren Osten. Studien zum Verhältnis von Staat und Religion, hrsg. v. Rüdiger Robert/Daniela Schlicht/Shazia Saleem, Münster 2010, 75–93; Alev Masarwa, Der Irak. Identititätsentwürfe im Wandel, in: Kollektive Identitäten im Nahen und Mittleren Osten. Studien zum Verhältnis von Staat und Religion, hrsg. v. Rüdiger Robert/Daniela Schlicht/Shazia Saleem, Münster 2010, 335–358.

[24] http://www.tagesspiegel.de/berlin/fluechtlinge-in-berlin-angespannte-lage-in-fluechtlingsheimen-man-kann-etwas-tun/12220000.html

„Gleichgültigkeit ist fehl am Platz“ – Interview mit Beirat Helmut Fink in diesseits

Helmut Fink Beirat Forum Offene Religionspolitik

Mit freundlicher Genehmigung von diesseits veröffentlichen wir das Interview, das unser Beiratsmitglied Helmut Fink dem Magazin gegeben hat. diesseits ist seit 1987 das auflagenstärkste deutschsprachige Print-Magazin, das sich regelmäßig mit gesellschaftlichen Ereignissen und Fragen aus der Perspektive einer dezidiert humanistischen und säkularen Weltanschauung befasst.

Seit einigen Wochen ist Helmut Fink, Vizepräsident des Humanistischen Verbandes Deutschlands, auch im Beirat des Forums Offene Religionspolitik tätig. In dem unabhängigen Forum engagieren sich Christen, Muslime und Humanisten für ein zeitgemäßes Verhältnis zwischen Staat und Religion.

Was reizt Sie an der Tätigkeit als FOR-Beirat?

Helmut Fink: Das sind vor allem zwei Dinge: Zum einen freue ich mich darauf, meine Kenntnis der säkularen Verbändelandschaft und ihrer – nicht immer ganz gleichlautenden – Interessen in ein neues Umfeld einzubringen, das weltanschaulich recht bunt ist. Es ist wichtig, dass dort, wo religionspolitische Fragen verhandelt werden, auch eine säkulare Stimme zu Wort kommt. Der Gründer des Forums, Sven Speer, hat das von Anfang an verstanden. Im Forum herrscht ein liberaler Geist, der Türen öffnet. Und zum zweiten freue ich mich auf Einblicke in die religionspolitischen Interessen der im Forum vertretenen Glaubensgemeinschaften. Da gibt es sicherlich strukturelle Analogien zu säkularen und humanistischen Anliegen.

Welche drängendsten Defizite sehen Sie aktuell bei den Debatten über das Verhältnis zwischen Staat und Religionen?

Ich sehe vor allem das Defizit, dass die Breite der Gesellschaft an diesen Debatten kaum teilnimmt. Auch die großen Parteien erwecken bei mir nicht unbedingt den Eindruck, dass sie an der religionspolitischen Willensbildung der Bevölkerung angemessen mitwirken. Allzu oft sind zwar die 4 Prozent Muslime im Fokus der Aufmerksamkeit, aber die 40 Prozent säkular denkenden Mitbürger werden gar nicht beachtet. Wie soll es weitergehen mit der staatlichen Kirchenfinanzierung und dem Kirchensteuereinzug, welche wertebildenden Schulfächer sind zukunftsfähig? Da könnte man doch auf die Idee kommen, dass ein weltlicher Humanismus besser zur Kultur der europäischen Aufklärung passt als alle Offenbarungsreligionen zusammen. Dann müsste allerdings die Konsequenz gezogen werden: gleicher Abstand des Staates zu religiösen und nichtreligiösen Organisationen und eine öffentliche Debatte auf Augenhöhe.

Das Forum vertritt einen sehr inklusiven Ansatz. Glauben Sie, dass dieser gegenüber der zunehmend säkularen Öffentlichkeit vermittelbar ist?

Wenn mit „inklusiv“ gemeint ist, dass eher die „Aufbaustrategie“ positiver Gleichbehandlung kleiner Religions- und Weltanschauungsgemeinschaften verfolgt wird als die „Abbaustrategie“ überkommener kirchlicher Privilegien, dann trifft das auf das Forum zu. Eine weite Auslegung der Religionsfreiheit ist den Aktiven im Forum ein echtes Anliegen. Es ist eine spannende Frage, wo hier die Grenze sein soll. Das ist ja auch gesamtgesellschaftlich keineswegs ausdiskutiert. Ich sehe mich hier als Fürsprecher der negativen Religionsfreiheit und kann ansonsten für die Religionsfreiheit kein höheres Gewicht erkennen als für andere Grundrechte. Der Staat muss den Ordnungsrahmen vorgeben, aber er darf sich nicht zum Richter über Glaubensinhalte aufspielen. Ich denke, das ist auch einer säkularen Öffentlichkeit vermittelbar.

Auf welches Thema oder welchen Themenbereich sollte denn der Humanistische Verband Deutschlands Ihrer Ansicht nach derzeit seinen Fokus richten?

Aktuell „brennt“ das Thema des ärztlich assistierten Suizids, weil es hier bekanntlich mehrere Gesetzentwürfe gibt. Der Humanistische Verband hat hier eine eigene, gewachsene Kompetenz. Auch der Ausbau der Angebote als freier Träger wird sicher weitergehen. Aber der Verband muss aus meiner Sicht aufpassen, dass er den Kern einer wissenschaftsbasierten, naturalistischen Weltanschauung nicht zu sehr aus den Augen verliert. Das Schlagwort vom „praktischen Humanismus“ ist hier irreführend: Es suggeriert, man bräuchte keineTheorie und könnte einfach so den Menschen dienen. Aber Humanismus ist eben mehr als Humanität. Dazu gehört ein Bildungsanspruch, der Wissenschaft, Philosophie und Kunst umfasst. Und dazu gehört auch eine substanzielle Auseinandersetzung mit den sogenannten „letzten Fragen“ nach Herkunft und Zukunft des Menschen und dem Horizont seines Wissens und Wollens. Das ist für den Humanistischen Verband unverzichtbar, sonst wäre er eines Tages kein Weltanschauungsverband mehr.

Welche Bedeutung würden Sie dem interreligiösen Dialog von säkularer Seite beimessen?

Dem Dialog über weltanschauliche Grenzen hinweg messe ich eine große Bedeutung bei, wie übrigens auch dem Dialog innerhalb des säkularen Lagers. Säkulare sollten den Dialog mit den Religionen keineswegs nur wegen des strategischen Ziels suchen, dann „auch dabei“ zu sein. Ein echtes Verständnis, wie Religion „funktioniert“ und warum Gläubige glauben, kann nur im direkten Kontakt wachsen. Humanisten sollten sich für die religiöse Binnensicht und für die inneren Kämpfe gläubiger Zweifler interessieren, denn das sind Millionen gutwilliger Menschen. Und die Glaubenswelt des Christentums hat unser Land immerhin viele Jahrhunderte geprägt. Man sieht die Spuren überall. Da ist Gleichgültigkeit fehl am Platz. Außerdem denke ich, dass viele Gläubige einen ernsthaften Gesprächspartner, der ihnen auch einmal widerspricht, höher schätzen als die Geschlossenheit ihrer jeweiligen Milieus.

Foto: diesseits

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Religionspolitik in der Verfassungsgebung der deutschen Bundesländer

"Die vorliegende Arbeit belegt empirisch, dass die Religionspolitik in den deutschen Verfassungen im Kern weder einem gesellschaftlichen...

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