Selbstverständnis: Ein vielfältiger Verein für Toleranz und Offene Religionspolitik

beschlossen auf der Mitgliederversammlung in Berlin am 30. März 2014

  1. Das Forum Offene Religionspolitik ist überkonfessionell und offen für die Anhänger aller Religionen und Weltanschauungen sowie für Ungebundene. Dabei macht sich FOR die religiösen und weltanschaulichen Überzeugungen und Werte seiner einzelnen Mitglieder nicht zu eigen. FOR bezieht keine Position zum Wahrheitsanspruch von Religionen und Weltanschauungen.
  2. Uns eint unser Einstehen für Religionsfreiheit, Toleranz und Gleichberechtigung, nicht eine gemeinsame Sicht auf die Welt. Das Einstehen für diese Ziele bedeutet keine persönliche Indifferenz. Unseren Mitglieder steht es frei, ihre ganz unterschiedlichen Werte und Überzeugungen zu leben und öffentlich für diese einzutreten.
  3. FOR tritt für die Freiheit jedes Einzelnen ein, ganz gleich welche Religion er hat oder ob er keine hat. Wir streiten für die Rechte großer und kleiner, alter und neuer Bekenntnisgemeinschaften – nicht, weil einzelne oder gar alle unserer Mitglieder deren Werte notwendigerweise teilen würden, sondern weil wir das Recht jedes Bürgers verteidigen, anders zu sein. Wir treten damit auch für die Freiheit derjenigen Gemeinschaften ein, deren Werte keines unserer Mitglieder teilt.
  4. Nur wenn Unterschiede erfahrbar sind, kann der Umgang mit ihnen eingeübt werden. Konflikte werden eher zu- als abnehmen, wenn immer mehr Menschen ihre Freiheit nutzen und eigene Wege gehen. Wir wollen, dass religionspolitische Umgangsformen stetig fortentwickelt und erprobt werden. Wir hoffen darauf, dass der Umgang mit Konflikten zur Routine wird und Konflikte künftig in immer größeren Maße zivilisiert ausgetragen und kleingearbeitet werden.
  5. Wir bringen alle gesellschaftlichen Gruppen zusammen, um auszuloten, wie wir trotz aller Unterschiede in Frieden und Freiheit miteinander leben können. Wir wollen dazu beitragen, die Staaten der Welt zur Heimat aller ihrer Bürger zu machen, ganz gleich ob sie Christen, Muslime, Hindu, Buddhisten, Juden, Nichtreligiöse oder Anhänger anderer Bekenntnisses sind.
  6. Unverhandelbar sind für uns die Würde des Menschen, die grundlegenden Menschenrechte, sowie die freiheitlich-demokratische Grundordnung. Nicht alles, was geglaubt werden kann, darf auch getan werden. Hierbei gilt es zu beachten, dass eine bestimmte Haltung oder Praxis nicht bereits dann ein problematisch ist, wenn eine Mehrheit der Bevölkerung sie rundweg ablehnt.
  7. Die von FOR oder einzelnen Mitgliedern entwickelten Wege sind keine unverrückbaren Standpunkte, sondern Vorschläge zu vorläufigen Kompromissen. FOR steht für einen ständigen Prozess der Öffnung von Religionspolitik. Wir bieten Orientierungspunkte dafür, wie das Verhältnis von Staat, Religionen und Weltanschauungen so gestaltet werden kann, dass der Staat möglichst wenig in die persönlichen Entscheidungen und Vorstellungen des Einzelnen eingreift.